Osterfriede sei mit euch

Diese Botschaft verkündeten unsere Kinder in einer vollbesetzten Kirche als Einstimmung auf den Gottesdienst.

Als Grundlage der Osterpredigt diente das Bibelwort: „Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft“ (1. Korinther 6,14). Durch diese schöne Verheißung sowie das gesamte Gottesdienstgeschehen rückten hoffnungsvolle Freude und Osterfriede in den Focus des Feiertages.

Vor dem Gottesdienst gingen die Kinder in einer feierlichen Prozession nach vorn und nahmen auf den Stufen des Altars Platz. Ein Religionsschüler (3. Jahr) trug den Text der Auferstehungsgeschichte vor. Dabei war besonders schön zu erleben, wie die anderen Kinder den darin auftretenden Stimmungen und Gefühlen durch passende Klänge ihrer Instrumente Ausdruck verliehen. Daneben visualisierten sie in einer Präsentation das Ostergeschehen durch selbstgemalte Bilder.

Die Gemeinde reagierte sehr positiv auf den Umstand, dass auch die Vorsonntagsschulkinder sowie die Allerkleinsten mit ihren Müttern in die Aktion einbezogen waren. Neben den Hauptakteuren, den Kindern der Sonntagsschule, fanden auch die etwas älteren Kinder eine wichtige Aufgabe bei der Verschönerung des Gottesdienstes.

Während der Religionsschüler bzw. bald angehende Konfirmand den Text der Klanggeschichte vorlas, war in dieser Zeit seine Mitschülerin aus dem Religionsunterricht den Kleinen dabei behilflich, den richtigen Platz vor dem Altar zu finden. Ein Junge, der jetzt im Mai konfirmiert wird, trug zur Einstimmung der Gemeinde auf die Feier des Heiligen Abendmahls das Gedicht „Osterspuren“ (Reinhard Bäcker) vor. Darin wird sehr einfühlsam der Reichtum des Ostersegens beschrieben: Dieser besteht in Tugenden wie Vergebung, Trost, Hoffnung, Gerechtigkeit, Wahrheit, Mitempfinden und Mut. Anstelle eines Schlussliedes trugen die Kinder nach dem Gottesdienst das zum Klangspiel gehörende Lied „Jesus Christus Gottes Sohn auferstanden von dem Tod... er lebt“ vor. Ein weiterer Konfirmand begleitete sie dabei auf der Gitarre.

Das Einbeziehen von Kindern aller Alters- und Unterrichtsgruppen wurde von vielen der anwesenden Gottesdienstbesucher als anschauliches Zeugnis freudiger gelebter Gemeinschaft gewertet. Dies konnte etlichen Gesprächen nach dem Gottesdienst entnommen werden und es wurde auch durch den Dienstleiter, Priester Thomas Bank, dankbar zum Ausdruck gebracht.

Text, Interview und Foto: M.R.

Die Akteure kommen zu Wort:

Thomas (Priester, Dienstleiter): Der Gottesdienst war so vielseitig, ganz voll – ohne überladen zu sein. Neben den "normalen" Gottesdienstbestandteilen gab es die Klanggeschichte, Lesungen, Chormusik und Kindermusik zu erleben.

Claudia (Lehrkraft Sonntagsschule): In der Vorbereitung für die Aktion der Kinder zeigte ich ihnen zunächst die neuen Instrumente. Sie reagierten sehr neugierig und positiv darauf. Dann habe ich ihnen die Geschichte vorgelesen und gemerkt, wie die Handlung sie regelrecht gefangen nahm. Sie durften sich dann selbständig die passenden Instrumente aussuchen, mit denen sie ihre Gefühle ausdrücken und das Geschehen der Handlung nachempfinden konnten. Gleich danach holte ich in Absprache mit den Lehrkräften der Vorsonntagsschule die Kleinen dazu. Auch sie reagierten äußerst interessiert auf die Instrumente und gingen sehr sorgfältig mit allem um. Es war erstaunlich, wie die Kinder die richtigen Klänge genau zur richtigen Zeit einbrachten. Dies gilt sowohl für die vorbereitenden Übungsstunden als auch ganz besonders für den Vortrag am Sonntag. Für mich ist dies ein Zeichen, dass sie den Sinn des Textes ganz genau verstanden haben. Am Ostersonntag fragte ich dann auch noch die Mütter mit ihren Allerkleinsten, ob sie mit nach vorne kommen möchten. Diese waren gern dazu bereit, und ich habe nur so gestaunt, wie brav und aufmerksam die Allerkleinsten sich in die Handlung eingebracht haben und wie gern die größeren Kinder sie an allem teilnehmen ließen.

Bianca mit Tochter Charlotte-Marie (1 ¾ Jahr): Spontan hat sich meine 22 Monate alte Tochter in der Generalprobe mit den „Raschel-Eiern“ begeistert in den Kreis der Kinder eingebracht. Als wir dann vor dem Gottesdienst durch die vollbesetzte Kirche nach vorn zum Altar gingen, merkte ich ihre Aufregung und Freude. Es war etwas ganz Besonderes für uns beide, dabei gewesen zu sein. Meine Tochter würde jetzt bestimmt sagen, dass es ein tolles Erlebnis für sie war!

Melanie mit Sohn Noah (3 ¼ Jahr) und Tochter Zoe (1 ½ Jahre): Ich finde es sehr schön, wenn Kinder aktiv am Kirchengeschehen teilnehmen. Es fördert das Miteinander und auch das Erleben „Kirche macht Spaß“. Außerdem bemerken sie, wie schön es sein kann, anderen eine Freude zu bringen, die dann ins eigene Herz zurückkehrt. Immer wenn Christus beim Passahmahl etwas in Bezug auf die Vergebung der Sünden sagte, dann hat mein kleiner Sohn zur richtigen Zeit das Becken geschlagen. Das ist für mich ein Zeichen, dass er den Text genau mitbekommen hat. Hinterher war er auch ganz stolz, als man ihn dafür lobte.

Jasmin mit Tochter Greta (4 Jahre) und Tochter Klara (2 Jahre) : Die kindliche Aufregung war spürbar und sie spielten eifrig ihre Instrumente, das hat eine große Freude in mir ausgelöst. Vor lauter Aufregung haben sie manchmal sogar vergessen, ihr Instrument zu spielen oder konnten gar nicht damit aufhören. Sie haben auch ganz begeistert mitgesungen.

Meriel (Sonntagsschülerin 4. Jahr): Es hat Spaß gemacht, mit den Instrumenten zu arbeiten. Ich hatte die Gewittertrommel und die Klanghölzer. Die Gewittertrommel habe ich zuerst genommen, einfach weil sie übrig geblieben ist, aber dann habe ich gemerkt, dass sie genau den Stein, der vor das Grab gewälzt wurde, darstellte. Der Stein war furchtbar schwer.

Tabea (Sonntagsschülerin 4. Jahr): Es hat mir Spaß gemacht. Ich habe an zwei Stellen, in der Mitte und zum Ende, das Glockenspiel gespielt, an diesen Stellen war dann immer ein Engel da oder Jesus selber. Das war besonders schön.

Malte (Sonntagsschüler 3. Jahr): Ich fand es toll, etwas vortragen zu können zusammen mit den anderen Kindern.

Mia (Sonntagsschülerin 2. Jahr): Mir hat das Klangspiel sehr viel Freude gemacht. Vor allem weil ich die Klanghölzer nehmen durfte, die ich mir ausgesucht hatte. Mit den Klanghölzern haben wir das Gehen der Jünger nachempfunden, und da hat auch Meriel mitgemacht.

Lara (künftige Konfirmandin):
Eigentlich wollte ich mir am Sonntag der Generalprobe nur die neuen Instrumente anschauen. Da jedoch einige Kinder fehlten, bin ich bei der Probe geblieben und habe mitgeholfen. Das hat Spaß gemacht und so habe ich auch am Ostersonntag mitgemacht.

Kilian (künftiger Konfirmand): Beim Lesen des Textes habe ich alles um mich herum vergessen. Ich habe mich nur in das Geschehen in Jerusalem hineinversetzt. Ich war einfach beeindruckt von Jesus, und es ist unbeschreiblich, wenn man daran denkt, was er für uns alles erlebt hat.

Tim (im Mai dieses Jahres konfirmiert): Ich lese sehr gern mal etwas vor, darum habe ich auf die Frage meines Konfirmandenlehrers, ob ich das Gedicht vorlesen möchte, mit Ja geantwortet. Das Gedicht hat mir außerdem auch sehr gut gefallen.

Max (im Mai dieses Jahres konfirmiert): Das Üben mit den Kindern hat mir Spaß gemacht. Musik macht mir insgesamt viel Spaß, ich spiele gern Gitarre und außerdem möchte ich auch etwas zum Gemeindeleben beitragen.

Kerstin (Mutter): Durch das Wort der Osterpredigt wurden Trost und Freude in den Herzen erzeugt. Daneben war es schön zu sehen, wie viel Freude die Kinder daran hatten, dass sie in das Gottesdienstgeschehen mit einbezogen wurden.

Thomas (Priester, Dienstleiter): Nach meinem Empfinden hat unser himmlischer Vater in allen Beteiligten wunderbar gewirkt, insbesondere die Beiträge der Kinder haben eine große Osterfreude bei mir ausgelöst.