Christus der Eckstein – wir die Steine im Tempel Gottes

In einem feierlichen Gründungsgottesdienst entstand als Ergebnis des Zusammenwachsens der Gemeinden Lengede-Broistedt und der bisherigen Gemeinde Salzgitter-Lebenstedt eine neue Gemeinde. Diese soll aus organisatorischen Gründen weiterhin den Namen Salzgitter-Lebenstedt tragen.

Bezirksältester Jürgen Friedemann stellte dem Gottesdienst das Bibelwort Epheser 2, 19.20 voran:

„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist.“

Er betonte in seiner Predigt u.a., dass Ecksteine von besonderer Bedeutung sind und einem Gebäude Stabilität und Halt verleihen. Ecksteine schaffen auch Räume. Die Steine dazwischen müssen nicht unbedingt alle identisch sein – dies sieht man besonders deutlich an historischen Gebäuden – es ist aber wichtig, dass sie zueinander passen. Das bedeutet, jeder Stein muss den richtigen Platz finden. Er verglich die Gemeindemitglieder mit den lebendigen Steinen, aus welchen der Tempel Gottes gebaut wird. Jeder soll in diesem schönen Gebäude den richtigen Platz finden und die Möglichkeit erhalten, seine Gabe einzubringen – jeder wird gebraucht.

Wichtiges Merkmal des Neuanfangs war die neue Beauftragung aller bis jetzt in den Gemeinden wirkenden Amtsträger. In diesem Rahmen wurden auch die beiden ehemaligen Vorsteher der „alten“ Gemeinden, Bezirksevangelist Dirk Backhaus (Salzgitter-Lebenstedt) und Evangelist Manfred Büdcher (Lengede-Broistedt), mit der Leitung der neuen Gemeinde beauftragt.

Dass sich aus diesem Neuanfang für alle Beteiligten etwas Schönes und alle Bereicherndes ergeben soll, wurde bereits an mehreren äußerlichen Merkmalen deutlich. Im Foyer der Kirche sind an einer Wandzeitung bunt durcheinander gemischt die Porträtfotos der Gemeindemitglieder aus beiden Ursprungsgemeinden dargestellt. Die Namensnennung unter den jeweiligen Fotos bietet die Möglichkeit, einander auch namentlich kennen zu lernen. Oft kennen sich – vor allem in größeren Gemeinden – manche Gemeindemitglieder nur aufgrund einer freundlichen Begegnung und vom Sehen, aber der Name ist unbekannt. Ein weiteres äußeres Merkmal stellt die Umgruppierung der Kirchenbänke in V-Form sowie eine geänderte Sitzordnung des Chores und die günstigere Platzierung der Kirchenorgel dar.

Da aufgrund familiärer Feierlichkeiten sehr viele Besucher aus anderen Gemeinden erschienen waren, war der Kirchenraum erfreulich dicht besetzt und alle mussten ein bisschen zusammenrücken. Auch das kennzeichnete den Charakter dieses Gottesdienstes. Er fand seinen Abschluss in einem schwungvollen Musikvortrag der Kinder, in dem sie die Gemeinde aufforderten, ohne Vorbehalt und aufgeschlossen freudig aufeinander zuzugehen. Dass sich die Kinder während des Singens gegenseitig die Hände reichten, zeichnete ein schönes und anschauliches Bild der Gesamtsituation und unterstrich die Aussage des Liedvortrages und schlussendlich auch die Aussage des Gottesdienstes.

Es erfolgten drei Ruhesetzungen: Diakon Harald Multhoff, Priester Volker Rohland und Evangelist Frank Hillebrecht. Der Bezirksälteste würdigte in besonderer Weise ihr Wirken und sprach ihnen seinen Dank als Bezirksvorsteher sowie auch stellvertretend den Dank der Gemeinden für die in vielen Jahren geleistete ehrenamtliche Tätigkeit aus. Der Bezirksälteste betonte als besonders positiv, dass alle drei ihre Bereitschaft erklärt hatten, sich weiterhin im Rahmen ihrer Kräfte und Möglichkeiten in der neuen Gemeinde zu engagieren.

Text: M.R. Foto: M.L.