Danken - Schmücken - Spielen - Teilen

Aus einer mehrtägigen Aktion und einem feierlichen Dankopfergottesdienst bildete sich ein Erntedankfest der etwas anderen Art.

Bereits zwei Wochen vor Erntedank verwandelte sich die „Palmenecke“ im Vorraum der Kirche Salzgitter-Lebenstedt zu einem kleinen „Supermarkt“. Alle aus der Gemeinde brachten etwas mit, was sie mit denen teilen wollten, denen es nicht so gut geht und die auf der Schattenseite des Lebens stehen. Dies sind Menschen, die nur über wenig Geld im Monat verfügen können, z.B. weil sie eine kleine Rente haben, Arbeitslosengeld I oder II, Sozialhilfe oder Grundsicherung beziehen. Die Idee, zum Erntedank der Salzgitter-Tafel eine Sachspende zu überreichen, entstand innerhalb des Gemeindeteams. Gern wurde dieser Gedanke von der Gemeinde aufgegriffen und umgesetzt.

Doch der Erntedank hielt noch andere Überraschungen bereit. Am Freitag, dem 5. Oktober herrschte in der Kirche emsiges Treiben. Während einige Schwestern aus dem Gemeindeteam die mitgebrachten Lebensmittel schön dekorierten, waren die Kinder eingeladen, den Altar für den kommenden Sonntag herbstlich und festlich zu schmücken. Dabei erhielten sie tatkräftige Unterstützung von Kindern aus der zum Bezirk Wolfenbüttel gehörenden Nachbargemeinde Salzgitter Bad. Der mit Blumen, Kastanien, Obst und Gemüse schön dekorierte Altar bot ein festliches Bild und erfreute am Sonntag die Gottesdienstbesucher.

Nach getaner Arbeit wartete eine Überraschung auf die Kinder. Im Jugendraum durften sie als kleine Handwerker tätig werden und unter fachkundiger Anleitung Kürbisse ausschnitzen. Probehalber wurde ein Licht in den Kürbis hineingestellt und dann konnte man sehen, dass die Arbeitsergebnisse keineswegs gruselig, sondern eher lustig ausgefallen waren. Jedes Kind durfte seinen Kürbis mit nach Hause nehmen.

Am Sonntag freute sich die Gemeinde, dass Frau Rodermund vom Vorstand der Salzgitter-Tafel den Gottesdienst besuchte, um anschließend persönlich die Spende in Empfang zu nehmen und sich dafür zu bedanken. Der Dienstleiter, Vorsteher Bezirksevangelist Dirk Backhaus, wies in seiner Predigt darauf hin, dass wir sehr dankbar sein können, dass Gott uns alles für unser leibliches Wohl geschenkt hat. Da es nicht allen Menschen so gut geht, freuen wir uns sehr, einen kleinen Beitrag zur Linderung der Not leisten zu können.

Im Gemeindebrief für den Monat November wendet er sich in diesem Zusammenhang noch einmal mit den folgenden Worten an die Gemeinde: „...es war eine sehr schöne Idee, Lebensmittel einzukaufen, und diese dann gesammelt an die Tafel zu übergeben. So war für uns als Gemeinde das Ergebnis sichtbar und wir konnten uns alle an dem Anblick erfreuen. Frau Rodermund hat sich in unserem Gottesdienst sehr wohl gefühlt. Und ich denke, es hat uns alle gefreut, dass sie noch einige Worte an uns gerichtet hat. Ich möchte allen herzlich danken, die sich an der Spendenaktion beteiligt haben. Das ist auch Ausdruck des Christseins, da zu helfen, wo Not ist und die Bedürfnisse des anderen wahrzunehmen. Nicht daran vorbeizugehen, sondern zu helfen.“

Passend zur Stimmung des Gottesdienstes schien an diesem Sonntag wieder die Sonne durch die bunten Scheiben der Kirchenfenster. In ihren Dankesworten wies Frau Rodermund darauf hin und brachte es mit der Freude in Verbindung, die mit dieser Spende ausgelöst werden sollte. Sie erläuterte, dass es 900 Tafeln im Land gäbe. Eigentlich wäre es schön, wenn es sie nicht gäbe... Als einige der Zuhörer stutzen, fügte sie sofort hinzu, dies würde heißen, es wäre schön, wenn kein Bedarf dafür bestünde, weil alle Menschen ausreichend versorgt wären. Doch leider gibt es trotz Wohlstand noch viele Bedürftige in unserem Land, welche die Hilfe der Tafel dringend benötigen. Sie merkte dann noch an, dass die bei der Salzgitter-Tafel arbeitenden Helfer ehrenamtlich tätig wären. Frau Rodermund war von der Spende der Gemeinde sehr beeindruckt und lobte diese als schönes Zeichen christlicher Nächstenliebe.

Für die Gemeinde festigte sich der Eindruck, dass Geben seliger ist als Nehmen.

Text:D.B., D.E., M.R.

Fotos: K.M., M.M.