Note „sehr gut“ im Leistungskurs „Gebet“

Anlässlich des Projektsonntags 2011 im Bezirk Braunschweig bewiesen Kinder aus allen Unterrichten, dass sie viel über das Beten wissen, dass sie es können und dass sie es auch praktizieren.

Als die Kinder und Betreuer aus dem gesamten Bezirk Braunschweig in der Gemeinde Gifhorn eintrafen, hatten sie sofort das Gefühl, willkommene Gäste zu sein. Sie wurden freundlich begrüßt und man hatte sich liebevoll auf die Besucher eingestellt: Vor der Kirche standen Tische und Bänke für die Mittagspause, im Kirchenraum war bereits alles für den Gottesdienstablauf vorbereitet, in der Küche tagte der Aktionsstab und traf die letzten Verabredungen.

Während sich die Gemeinde Gifhorn bereits im Kirchenraum versammelte, herrschte draußen in der Halle und auch in den Nebenräumen emsiges Treiben. Schuhkartons und Zettel wurden mit Gebetsinhalten beschriftet. Dann gingen die Kinder leise und andächtig in den Kirchenraum. Sie legten die Kartons vor den Altar und visualisierten damit die Gebete, die vor jedem Gottesdienst in der Stille zum Himmel aufsteigen. Auf den vorbereiteten säulenartigen Stellwänden wurden die Zettel befestigt.

Der anschließende Gottesdienst stand unter dem Bibelwort aus Lukas 11, Vers 1. Darin bittet ein Jünger den Gottessohn, er möge sie das Beten lehren.

Eine Gruppe von Konfirmanden gab dazu eine anschauliche Demonstration: Sie lasen abwechselnd einzelne Gebetspassagen vor wie

  • Lieber Gott, ich bete dich an, weil du die Welt geschaffen hast.
  • Lieber Gott, ich danke dir für unsere Familie
  • Lieber Gott, ich bitte um Engelschutz.
  • Lieber Gott, ich bitte für Frieden auf der Welt.

Dies erfolgte in mehreren Durchgängen und jedem Zuhörenden erschloss sich Inhalt und Aufbau eines Gebetes: Anbetung, Dank, Bitten und Fürbitten.

Nach dem schwungvoll gesungenen „Jauchzet dem Herrn mit Frohlocken alle Welt“ führte der Bezirksälteste Friedemann sowohl den Kindern als auch der Gemeinde die praktische Bedeutung und Wichtigkeit des Gebets vor Augen. So wie es in der Bitte des Jüngers an Jesus deutlich wird, kann man Beten lernen. Wie ein Kind das Sprechen gelernt hat, lernt es auch das Beten. Oft kann man sich gar nicht mehr daran erinnern, wann das war und von wem man es erlernte.

Mit einem Spruch aus der Sesamstraße „Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm“ beleuchtete der Bezirksälteste die Facetten des Gebetes. Warum beten wir? Was beten wir? Wo beten wir? Dabei wurde deutlich, welchen unverzichtbaren Stellenwert das Gebet in unserem Alltag einnimmt.

Er wählte von den Stellwänden einige der Karten als Beispiele. Da dankte ein Kind dafür, dass es einen Platz in der IGS bekommen hatte. Ein anderes dankte für die Geschwister und die lieben Eltern. Das nächste Kind lobte Gott dafür, dass er die Erde so toll gemacht hat. Eine Karte weiter war zu lesen: „ich bete dich an, weil ich dich ganz doll liebe“. „Ich bitte, dass mein Glaube größer wird“ und ..“lass es doch der Oma besser gehen“ stand auf zwei anderen Karten.

Der Bezirksälteste betonte, dass er sich besonders darüber freute, die Säule „Dank“ mit auffallend vielen Karten bestückt zu sehen. Er mahnte aber, dass man etwas, was man einmal gelernt hat, auch wieder verlernen kann, und darum sagte Jesus seinen Jüngern „Haltet an am Gebet“. Diese Aufforderung ist auch für uns - egal ob groß oder klein - wichtig.

Als sich nach dem Gottesdienst die Geschwister der Gemeinde Gifhorn verabschiedet hatten, herrschte in der Halle noch munteres Treiben. Es wurden Hotdogs, Joghurt und Getränke gereicht. Leider konnte das Mittagessen nicht in Gänze draußen eingenommen werden, ein Regenschauer verjagte die Feinschmecker in die Vorhalle.

Satt und zufrieden ordneten sich die Kinder für die unterrichtsgruppenbezogenen Workshops. Hier bewiesen sie, dass sie im Gottesdienst gut aufgepasst und auch sonst viel über das Beten gelernt hatten. Die Konfirmanden reflektieren mit Hilfe der "W-Fragen" den Gottesdienst, während die Gruppen der Religions- und Sonntagsschulkinder jeweils mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad in einem Wettkampf „Richtig“ oder „Falsch“ Behauptungen über das Beten zu bewerten hatten.

Zum Finale versammelten sich alle im Kirchenraum und nach zwei gemeinsam gesungenen Liedern „laudato si“ und „Gott ist da“ schloss der Bezirksälteste mit einem Gebet diesen schönen „Leistungskurs“ ab. Den teilnehmenden Kindern kann ein „sehr gut“ darin bescheinigt werden.

Mit einem herzlichen Dank vor allem an die Gastgeber aus der Gemeinde Gifhorn traten die Kinder mit ihren Betreuern die Heimreise an.

Text: M.R. Foto: H.S.